
Vermasselt
Wie Theo das Büro seines Bosses betritt, verkündet ihm dieser grosskotzig: „Heute kannst du mal was Anständiges machen. Fahr mit meinem Tesla zum Müller nach Bern und bring ihm diese Pläne. Er braucht sie spätestens um fünf.“
Zuerst weiss er nicht, ob er sich wiedermal verarscht oder diesmal vielleicht gebauchpinselt fühlen soll. Als dann der Tesla, weiss nicht warum, keinen Wank tut, beginnt sein Stress. Zurück zum Boss will er nicht … kann er nicht. Demütigungen hat er von diesem Arsch bereits genug eingesteckt. So beschliesst er kurzerhand den Zug zu nehmen, seine einzige übriggebliebene Möglichkeit. Das scheisst ihn zwar grauenhaft an, sollte aber zeitlich knapp reichen. Als auch noch der Aufzug in der Tiefgarage ewig nicht kommt, tost sein Hirn, kocht es und vulgäre Flüche rattern aus ihm heraus. Endlich oben, stürmt er zur Tür hinaus und stolpert über den Weg zum Tram. Dieses schliesst vor seiner Nase gemächlich die Türen und fährt unschuldig quietschend davon.
Und damit findet der letzte Versuch zur Rettung seiner Stararchitekten-Karriere ein klägliches Ende.
© Chandra Mäder
