
Beim Brunnen
Wie er am Brunnen vorbeigeht, erweckt ihn ein Glitzern aus seinen Tagträumen. Das sanfte Licht und ein ruhig wehender Wind spielen grazil auf der Oberfläche des Wassers. Er tritt näher und lässt sich von den kontinuierlich ineinanderfliessenden zarten Farben und Formen verzaubern. Bald hat er sich innig mit diesem Dahinfliessen verbunden und sein gewohnter Gedankenstrom ist zum Stillstand gekommen. Je länger er dasteht, desto wacher fühlt er sich. Es ist ihm, als ob seine Sinne alle Eindrücke der Umgebung aufsaugen. Der leichte Wind berührt seine Haut zärtlich und weht ein feines Geruchsgemisch seiner Nase zu. Und die vorbeiziehenden Stimmen der Passanten, die sorglosen Gesänge der Vögel aus den Bäumen des Parks nebenan und die Motorengeräusche der Fahrzeuge der entlegenen Strasse spielen ihm zu einem wundersamen Tanz auf. So treibt er wie verwandelt im Strom der Gegenwart dahin ...
© Chandra Mäder
